GÜNSTIG GRILLEN, Basis Anleitung!

20. August 2023 0 Von ingolf

Heute geht es nicht darum die Welt
neu zu erfinden, sondern für unter 30€ eine stabile Grillerei für bis zu sieben Personen zu machen. Naja, je nachdem wie hungrig die Leute sind.
Das heißt also Fleisch, Gemüse und das An Geisteskrankheit grenzende Kalkulationen habe
ich schon im "Burger um 1€" Video gemacht. Und wie erwartet habe wir Top-Qualität
zu einem Top-Preis fabriziert. Das Rezept ist übrigens so ausgerichtet, dass
man entweder vier stunden vorher Grillerei, beziehungsweise einen Tag vorher vorbereiten
kann.

Also gehen wir weg von vor marinierten abgepackten Billigfleisch und
nehmen das ganze selbst in die Hand. Außerdem bin ich öfters mal angeschrieben
worden, dass meine Videos schwer verständlich sind, wegen meinem Dialekt.
Dafür gibt es jetzt in dem Video benutzerdefinierte Untertitel auf
deutsch, damit man mehr versteht. Und ich würde selbstgeschriebene Untertitel
nie für irgendeinen Blödsinn benutzen. Bevor wir uns aber um das Fleisch
kümmern, haben wir vorher noch eine sehr natürlich auch nicht fehlen. Fühlt euch frei
das Gemüse zu nehmen, welches ihr wollt. Da ich ein knappes Budget habe, habe ich mich
auf die Klassiker einlassen. Ein Kilo Tomaten, ein paar Paprika und natürlich rote Zwiebeln.

Außer
Vorraum kriegst du das günstigste Gemüse beim türkischen Supermarkt. Das wäre aber
schummeln, deswegen habe ich mich für eine etwas zugänglichere Bezugsquelle entschieden.
Von dem Haufen halten wir uns mal eine rote Zwiebel, drei Tomaten und zwei Paprika auf.
Was wir damit machen, sehen wir später. Richtig gute Möglichkeit um Gemüse zu
nutzen ist natürlich für Spieß und dafür schneide ich mal einen halben roten
Paprika, einen halben grünen Paprika und eine rote Zwiebeln in mundgerechte Stücke. Und das
beste ist, alles was überbleibt, wird zu Salat verarbeitet.

Übrigens da habe ich eine Salatgurke verschwiegen. Von der nehmen wir mal die Hälfte und
schneiden es klein. Das Gute ist, ab da könnt ihr mit den Mengen spielen, wie
ihr gern wollt. Und das ist eben das Gute am selbergrillen, man kann alles
wie man will variieren und abwandeln. Und in meinem Fall bleiben sogar zwei
Tomaten und zwei rote Zwiebeln über. Und was wäre grillen ohne eine mega
Gewürzmischung. meine Empfehlung für echt geile Basic Marinade: einen Esslöffel Salz,
einen Esslöffel Paprikapulver, einen Esslöffel Oregano, einen Esslöffel Knoblauchgranulat, einen
Esslöffel Pfeffer und einen Teelöffel Zucker. Natürlich könnt ihr dort mit den Kräutern
und Gewürzen herumspielen wie ihr wollt.

Auf meinem Kanal habe ich schon
ein paar Gewürzmischungen vorgestellt. Auf dem kein Stress Kochen subreddit hat epijdemic sogar seine Abwandlung
von Schweinepriester Rub gepostet. Mit ein bisschen Zimt ist es dann der "Hendlschmeichler".
Es ist so schön seinem Baby einen Namen zu geben. Noch viel lässiger ist, dass er dazu einen Bild
und eine komplette Anleitung gepostet hat. Dafür hast die einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Ich meine die Sachen, die die Anderen kochen
schauen sowieso immer besser aus wie meine. Auf jeden Fall müssen nicht alle Gewürze
auf Paprika basieren. Mit einem Esslöffel Salz, einem Esslöffel Kreuzkümmel und einem Esslöffel
Koriandersamen macht ihr eher eine Gewürzmischung, die er den Fleischgeschmack
unterstützen soll als ihr zu übertönen. Und das ist ja eigentlich das Geheimnis
für eine gute Gewürzmischung. Die Geduld hat sich gelohnt, weil jetzt gehen wir zum
Fleisch. Günstig bleiben heißt nicht auf Qualität verzichten. Beim Fleischer meines Vertrauens, kriege 1 Kilo Schopf, also Nacken um 10€ das Kilo und
ausgelöstes Kotelett für 11€ das Kilo.

Die zwei Stücke sind jetzt jeweils ein
Kilogramm. Das Gute ist jetzt nicht nur die Qualität, sondern du kannst da
die Dicke deiner Steaks bestimmen. Und es sind keine verhungerten kleinen Schnitzeln.
Bauchfleisch wäre natürlich auch eine Variante. Wahrscheinlich noch günstiger und für
die, die es gerne magerer haben wollen, gibt es noch die Karreerose, also der
magere innere Teil des Kottelets. Aus dem ganzen schneide ich acht schöne Stakes
raus und der Rest, der wird zu Spießfleisch verarbeitet. Dazu schneidet man einfach die Reste bzw.
die Abschnitte in Spieß gerechte Stücke. Wir uns vorher ein bisschen Gemüse hergerichtet und das
darf jetzt mit unserem Spießfleisch auf kleinen Holzspießen verheiratet werden. Je nach Fleisch Überbleibsel
habt ihr dann zwischen fünf und sechs Spieße. Zwei davon werde ich nicht mit Gemüse bestücken
damit machen wir dann später noch was anderes. Für bisschen Abwechslung. Jetzt dürfen wir unser Fleisch
einmarinieren und wie schon erwähnt soll die Gewürzmischung den Fleischgeschmack
nicht überdecken und wenn man in so einer Qualität Fleisch hat, dann
will man ja was davon schmecken.

Es braucht auch gar nicht viel
von seiner trockenen Marinade. Es macht überhaupt keinen Sinn sein
Fleisch in literweise Öl ertränken zu wollen, als würde man illegale Verhörmethoden
ausüben. Waterboarding bringt nichts. Gutes Fleisch hat keine Geheimnisse.
Auf jeden Fall ist der erste Schritt für vernünftiges Marinieren, das auftragen
von Salz und oder einer Gewürzmischung. Wieder bei den Spießen, die werden zuerst eingesalzen
und ich tue da so ein bisschen Currypulver drauf.

Übrigens macht es Sinn das Fleisch und das Gemüse
vorher einzumarinieren, bevor man es aufspießt. Die zwei eingesparten Spieße werden wir jetzt zu
Souvlaki vorarbeiten. Das gleiche Spiel, mit Salz und Oregano würzen und danach eine halbe oder
eine ganze Zitrone darüber auspressen. Lasst die Gewürze jetzt ruhig auch mal
zwischen 20 und 60 Minuten anziehen und beträufelt es dann mit ganze bisschen Öl.
Wie gesagt ihr braucht da nicht viel. Schaut nur, dass es gut verteilt ist.
Und natürlich vergessen wir auch nicht das Fleisch von den Spießen einzuölen, sowie ich.
Aber durch den Zauber von Specialeffects kann ich es euch trotzdem ein mal zeigen.
Die Spieße, die mit dem Zitronensaft einmariniert worden sind, haben die Farbe leicht
geändert und das ist auch das was wir wollen. Das heißt die Säure hat mit dem Fleisch reagiert. Appliziert dann noch gutes
Olivenöl und fertig sind die Souvlaki. Ab dem Zeitpunkt könnt ihr euer Fleisch
abgedeckt und im Kühlschrank durchziehen lassen.

Ein paar Stunden ist gut, über Nacht
ist natürlich besser. Da ich für zwei Leute grille, habe ich eine kleine Menge, die für
zwei Personen passt zurechtgelegt. Der Rest kommt einvakuumiert in den Gefrierschrank,
damit ich für die nächste Grillerei gerüstet bin. Ich meine, wenn man keinen Grill hat, was spricht
dagegen ein paar Kottelets aus der Pfanne zu gönnen. Wer sich jetzt gefragt hat, was das ist?
Das sind Hühnerspieße in Teriyaki Style. Die sind zwar nicht in der Rechnung enthalten, ich möchte
euch gerne aber die Kurzfassung als kleinen Bonus geben. Für mich persönlich ist es am wirtschaftlichsten,
wenn man ein ganzes Huhn selber zerlegt
und sich dann dort draus selbst seine Spieße macht. Wie man das ganze Ding zerlegt und was man für coole Gerichte daraus machen kann, die richtig
günstig sind, das zeige ich in einem Video, das ich natürlich rechts oben und in der
Infobox verlinke. Auf jeden Fall lösen wir uns einmal die Brust aus und dann
das Fleisch von den Häckseln.

Tipp von mir: trennt die Brust von Kuelenfleisch. da
die Brust kürzer und das dunklere Hackselfleisch ein bisschen länger am Grill
sein muss. Ein schneller Teriyaki Style soße machen wir uns mit einer Knoblauchzehe
und einem Stück Ingwer in derselben Größe. Gießt 50 Milliliter Sojasoße drauf, einen
Esslöffel Zucker oder Honig, einen Teelöffel Sesamöl und schmeckt das mit Reisessig oder
einem anderem Essig und am Schluck Mirin ab. Optional könnt ihr noch die Chilipasta eurer Wahl dazugeben. Alles zusammen schön durchmixen und einmal
ordentlich aufkochen lassen. Wenn es abkühlt ist. kann man es gleich verwenden. Apropos die
Spieße müssen wir uns auch herrichten und wie vorher gesagt, trennt das Brustfleisch vom
Keulenfleisch und pinselt euere Spieße ordentlich mit der feuchten Marinade ein.
Auch da würde die Intelligenz siegen, wenn man die Fleischstücke vorher
einmariniert und dann aufspießt. Hey bitte fragt mir echt nicht, was ich mir dabei
gedacht habe. Könnt ihr euch noch erinnern, wir haben uns ein bisschen an Gemüse aufgehalten.
Und aus dem werden wir jetzt eine Grillsoße machen.

Also so eine Art Ajvar beziehungsweise
Salsa. Wenn man mag, kann man dazu eine halbe Zucchini und eine halbe San-Marzano geben
dann ist es eigentlich wirklich fast Ajvar. Das spannende daran ist, dass wir es
im Ofen vorher noch ein bisschen anrösten. Dafür putz und halbiert das Gemüse, schneidet die Zwiebeln
in Scheiben und gibt es in eine geölte ofenfeste Form. Eine Handvoll Knoblauchzehen
darf da natürlich auch nicht fehlen. Die Schalen vom Knoblauch müsst ihr sogar
dranlassen. Ich erkläre dann auch warum. Schmeißt alles zusammen bei 250° Oberhitze
in den Ofen. Je nach Ofen dauert es Dreiviertelstunde – Stunde bis das Ganze
so ausschaut. Und genau das wollen wir. Die schwarzen Stellen von Paprika lasse ich immer dran,
aus rechtlichen Gründen darf ich das nicht empfehlen. Aber wie man es sieht, lässt es sich irrsinnig leicht lösen. Und der Knoblauch ist jetzt im Innen ganz
weich und lässt sich super einfach schälen. Ihr dürft jetzt das ganze Gemüse + den geschälten Knoblauch, ein bisschen an Petersilie und am Schluss
Olivenöl mit Salz und Chili abschmecken und dann so lange zerkleinern, bis es
die für euch gewünschte Konsistenz hat.

Pro Tipp: wenn man ein paar Bier trinkt,
bevor das Grillen überhaupt schon anfängt, dann vergisst man eine halbe Zitrone dazu eine zu pressen. Ich behaupte einfach, es ist optional.
Jetzt nur noch abfüllen und im Kühlschrank ein bisschen durchziehen lassen.
Aber das wars noch nicht mit Soßen. Könnt ihr euch erinnern, wir haben noch eine halbe
Gurke. Und aus der machen wir eine rudimentäre und schnelle Tsatsiki Soße. Salzt eure
geriebene Gurke für circa 10 Minuten ein. Des entzieht das Wasser, das ihr
dann einfach abgießen könnt. Reibt 2 – 3 Zehen Knoblauch ein, würzt es mit
ein bisschen Pfeffer und einem Esslöffel Oregano. Und mischt alles zusammen mit
6 – 8 Esslöffel griechischen Joghurt. Am besten zehnprozentigen. Sollte euch noch Salz
fehlen könnt ihr da alles miteinander abschmecken. Und das war es ja noch nicht, wir machen
natürlich noch eine Knoblauch Soße. Aus 4 – 5 Esslöffel griechischen Joghurt,
2 Esslöffel Mayonnaise und so viel Knoblauch, wie der Körper im Stande ist zu schälen und zu reiben. Das mache ich entweder mit einem Vortex oder
mit den Grillkörben und freilich mit ordentlich durchgeglühter Holzkohle.

Wenn der
Grillrost schön heiß ist, habt ihr die Möglichkeit den Dreck vom letzten Jahr noch
wegzuputzen. Und nachdem der Rost noch ein bisschen eingeölt ist, geht schon ans
Grillen. Die Standardprozedur, über der Kohle das Fleisch ein angrillen und dann auf den Seiten in der indirekten Zone, mit
geschlossenem Deckel, gar ziehen lassen. Und wenn alles fertig ist, dann dürft
ihr eine super feine Grillerei genießen. Und selbst wenn es nur normale Grill
Zusammenkunft ist, ist es doch schön seinen Gästen was komplett selbst
und mit Liebe gemachtes zu servieren. Und wir wissen ja alle was das wichtigste
beim Grillen ist, genug eingekühltes Bier. Aber zusammenrechnen müssen
wir das Ganze jetzt auch noch.

Also das Fleisch mit einmal 10€
und einmal 11€, insgesamt 21€. Dann das Brot, also 25 Cent für Mehl, 5 Cent für die
Hefe, 70 Cent für die Butter, circa 1 Cent für Salz und um die 19 Cent für den
Rosmarin. Macht insgesamt 1,20€. Das Gemüse, 2,50€ für die Paprika, 70 Cent für
die Gurke, 75 Cent für einen halben Kilo rote Zwiebeln, eine Zitrone mit 25 Cent und eine komplette
Knoblauchknolle für 50 Cent. Der Knoblauch zählt natürlich auch für die anderen
Rezepte. Macht insgesamt 4,70€ Die Gewürze, Salz und Zucker sind circa 3 Cent,
Paprikapulver 15 Cent, Pfeffer 15 Cent, Oregano 10 Cent, Knoblauchgranulat 10 Cent und für
Kreuzkümmel und für Koriander circa 20 Cent. Also insgesamt 2,70€
Zu guter Letzt noch ein paar Dinge für die Soßen, also ein halbes Kilo Joghurt circa 1€,
Salz haben wir wieder bei 2 Cent, Oregano 10 Cent und circa
30 Gramm Mayonnaise sind 20 Cent. Insgesamt 1,32€. Also alles zusammen
beläuft sich auf 28,94€ Den letzten Euro kann man dann für Essig und Öl rechnen.

Ich meine, wie immer habe ich fix irgendwas
vergessen oder mich heute verrechnet aber Gott sei dank gibt es die Kommentarspalte,
und dort dürft ihr mich liebend gerne zerlegen. Machen wir doch der Challenge, sucht den Fehler. Auf jeden Fall Dankeschön für das dabei sein, wir sehen uns sicher beim nächsten
mal wieder, bis dahin: habe die Ehre..

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